GESCHICHTE

Vorgeschichte der „Gemeinde“- oder „Privatfeuerwehr“ von St. Leonhard

In den Jahrzehnten vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr war die „Brandwehrordnung für die Landgemeinden in Tirol und Vorarlberg“ vom 19. September 1853 bestimmend und wurde auch in St. Leonhard, wie alle Verordnungen auch heute noch, in den verschiedenen Amtsperioden der diversen Gemeindevorsteher (Bürgermeister) verschieden streng angewandt und durchgesetzt. 

Die einzelnen im Gemeindearchiv von St. Leonhard erhaltenen Protokolle hierzu lesen sich heute teilweise bereits erheiternd, bieten jedoch ein gutes Bild über die damaligen Wohnverhältnisse, die typische Passeirer Lässigkeit, gepaart mit unerschütterlichen Gottvertrauen, und den Spagat der Gemeinde zwischen den Interessen ihrer Bürger und den Auflagen von Seiten der Bezirkshauptmannschaft in Meran.

Feuerwehrkommandant im weiteren Sinne war damals der Bürgermeister. Ihm zur Seite stand ein „Feuerbeschauer“ der die Wohnhäuser in Bezug auf Brandsicherheit zu kontrollieren hatte. Die Feuerwehr selbst bestand im Ernstfall aus allen einsatzfähigen Gemeindebürgern. Kernstück der Gemeindefeuerwehr war eine Handspritze, welche die Gemeinde im Jahr 1878 vom k.k. Ärar gekauft hatte. Dabei waren auch sechs Feuerwehreimer „mitgegangen“, welche in der Folge bis 1885 vergeblich von der k.k. Finanzdirektion in Innsbruck zurückgefordert wurden.

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr St. Leonhard in Passeier im Februar 1898

 Aufgrund des nicht vorhandenen Protokolls zu der entsprechenden Gründungssitzung stellen die genehmigten Statuten und der darauffolgende Schriftverkehr mit der k.k. Statthalterei in Innsbruck die einzigen, jedoch eindeutigen Dokumente der Vereinsgründung dar.

 Am 6. Februar 1898 wurden diese mit Gemeindeausschussbeschluss unter dem Gemeindevorsteher (Bürgermeister) Johann Gögele und dem aus Alfons Haller, Josef Haller und Johann Raffl bestehenden Ausschuss genehmigt und unterfertig.

Die Gründungsversammlung unter dem Vorsitz des Bürgermeisters mit der Wahl des ersten Hauptmannes Alois Praxmarer, Schmiedemeister, und dessen Stellvertreter Alois Gschöll, Gärbermeister, muss unmittelbar vorher, wie üblich, in einem der Dorfgasthäuser stattgefunden haben. Das älteste erhaltene schriftliche Dokument der Freiwilligen Feuerwehr St. Leonhard, ein sogenanntes „Stammlisten-Buch“, das wahrscheinlich um 1903 angelegt wurde, weist jedefalls insgesamt 43 Gründungsmitglieder auf, wobei als Eintrittsjahr unerklärlicherweise 1900 angegeben wird.

IMPRESSIONEN AUS DER VERGANGENHEIT

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