Die Anfänge der FF St. Leonhard
Vorgeschichte zum Feuerwehrwesen
Bereits seit dem Mittelalter gab es in Tirol ein von „Oben” geregeltes Feuerwehrwesen in den Städten und größeren Ortschaften, das neben vorbeugenden Maßnahmen für den Brandfall eine allgemeine gegenseitige Hilfeleistung vorschrieb. Die sogenannte Meraner Feuerlöschordnung erschien bereits im Jahr 1339 unter der Landesfürstin Margarethe Maultasch, welche die früheste Verordnung zur Brandbekämpfung in Tirol darstellte.
Im Laufe der Jahrhunderte lösten sich die verschiedenen behördlichen Brandverordnungen ab. In den Jahrzehnten vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr war die „Brandwehrordnung für die Landgemeinden in Tirol und Vorarlberg” vom 19. September 1853 bestimmend und wurde auch in St. Leonhard angewandt.
Feuerwehrkommandant im weiteren Sinne war damals der Bürgermeister. Ihm zur Seite stand ein „Feuerbeschauer”, der die Wohnhäuser in Bezug auf Brandsicherheit zu kontrollieren hatte.
In einem Gemeindeprotokoll vom 29. November 1891 wird auf eine Privat-Feuerwehr verwiesen, welche im Jahr 1850 gegründet wurde und 70 Mitglieder zählte.
Ab 1860 begann die Zeit der „Freiwilligen Feuerwehren“ in Tirol. Im ganzen Land wurden Freiwillige Feuerwehren gegründet, welche sich bereits 1873 zu einem Landesverband zusammenschlossen.
Die endgültige rechtliche Anerkennung der Freiwilligen Feuerwehren erfolgte mit dem vom Tiroler Landtag erlassenen Feuerwehrgesetz vom 28. November 1881. Mit diesem wurden die Freiwilligen Feuerwehren als Organisation anerkannt und der jeweiligen Gemeinde unterstellt.
St. Leonhard Anfang der 1920er Jahre
Archiv: Werner Graf
Gründung der Freiwilligen Feuerwehr
Am 6. Februar 1898 wurden die Statuten vom Gemeindeausschuss unter dem Vorsitz des Gemeindevorstehers (Bürgermeister) Johann Gögele genehmigt. Dieser Beschluss und das Antwortschreiben der Statthalterei in Innsbruck vom 4. April 1898 stellen somit die einzigen vorhandenen Dokumente zur Vereinsgründung dar.
Die vorherige Gründungsversammlung unter dem Vorsitz des Bürgermeisters, bei welcher der erste Hauptmann Alois Praxmarer (Schmiedemeister) und dessen Stellvertreter Alois Tschöll (Gärbermeister) gewählt wurden, hat vermutlich in einem der Dorfgasthäuser stattgefunden. Bedauerlicherweise ist das entsprechende Protokoll zu dieser Gründungsversammlung nicht mehr auffindbar.
Das älteste erhaltene schriftliche Dokument der Freiwilligen Feuerwehr St. Leonhard ist ein sogenanntes „Stammlisten-Buch”. Dieses wurde wahrscheinlich um 1903 angelegt und weist insgesamt 43 Gründungsmitglieder auf, wobei unerklärlicherweise als Eintrittsjahr 1900 angegeben wurde.
Die beschlossenen Statuten vom 6. Februar 1898
Die Mitgliederlisten von 1900
Ältestes erhaltenes Mannschaftsfoto vor dem Stroblhof aus dem Jahr 1921
Archiv: Heinrich Hofer
Die Steiger der FF St. Leonhard
Die Aufgabe der Steiger galt als die gefährlichste beim Feuerlöscheinsatz, nämlich die unmittelbare Brandbekämpfung sowie die Bergung von Personen aus dem Brandobjekt.
Für diese Aufgabe kamen in den meisten Fällen nur junge, kräftige und besonnene Männer infrage. Die speziell ausgebildeten Feuerwehrmänner kommen im heutigen Sprachgebrauch wohl dem sogenannten „Angriffstrupp“ am nächsten. Auch die Ausrüstung unterschied sich von den anderen Wehrmännern. Die Steiger waren mit Helm, Haltegurt, Hanfseil, Karabiner und Feuerwehrbeil ausgerüstet.
Gruppenbild der „Steiger“ von St. Leonhard
Übung beim Bräuhaus um das Jahr 1928
Archiv: Harald Haller
Das Dorfzentrum von St. Leonhard gegen Osten Anfang der 1920er Jahre
Archiv: Manuel Thoma
Jubiläumschronik 125 Jahre Freiwillige Feuerwehr St. Leonhard
Anlässlich der Jubiläumsfeier im Jahr 2023 haben wir eine Chronik herausgegeben.
Gegen eine freiwillige Spende sind wir gerne bereit ein Exemplar zukommen zu lassen. Einfach eine E-Mail an: ff.stleonhardinpasseier@lfvbz.org
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